Rückblick auf die närrische Saison 2012/ 2013

Die Geisaer Foasenacht brachte  für die Brüder unseres Vereins heuer einige Veränderungen gegenüber der vorangegangenen Saison. Bereits die musikalische Vorbereitung des Fanfarenzugs der Blauen Funken auf die fünfte Jahreszeit brach mit lieb gewonnenen Algorithmen.

Aufgrund der bekannten Umbaumaßnahmen an unserem Domizil im Funkengarten im Rahmen des Projektes „Genial zentral“ waren wir gezwungen ein Ausweichquartier für unsere wöchentlichen Proben zu finden. Unser Funkenbruder Steffen Mahlstedt (Spezialbau Mahlstedt GmbH) ermöglichte uns das Training in der ehemaligen Kantine des VEB „Werra Möbel“ in Geisa. Der seit Jahren funktionslose Raum wurde durch die Blauen Funken aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Holzwürmern und anderen nicht menschlichen Nachmietern wurden durch helle Fanfarentöne und hämmernde Trommelstakkati unmissverständlich aufgezeigt, dass jetzt wieder Leben in der Bude ist.

Die Blauen Funken verzichteten in diesem Jahr auch auf das obligatorische Trainingslager zur musikalischen und spirituellen Einstimmung auf die närrischen Wochen in der Karnevalshochburg Geisa Hinkelshagen. Aufgrund der sehr frühen Saison war der Terminplan hoch frequentiert und ein freies Wochenende kaum disponibel. Trotz der genannten Umstände gelang es unserem Fanfarenzug in althergebrachter Weise und Qualität der Foasenacht unseren blau-weißen Stempel aufzudrücken.

Auch der diesjährige Prinz kam mal nicht aus unserem Verein. Zu Ehren des 60jährigen Bestehens der uns befreundeten Bürgerwehr bestieg deren Gardist Lars II. vom Schleidsberg den Thron von Geisa-ha. An seiner Seite sorgte seine Prinzessin Antonia IV. vom Rheinfels für die liebreizenden Momente dieser Saison. An dieser Stelle gratulieren wir nochmals der Bürgerwehr zu 60 Jahren authentische und ungefilterte Fastnachtfreude. Wir bedanken uns auch beim Prinzenpaar, das in würdiger Nachfolge aller Prinzenpaare ein Stück Geisaer Karnevalsgeschichte mitgeschrieben hat.

Ein ungewohntes Bild bot sich unserem Fanfarenzug beim Abholen des Prinzenpaares zu den närrischen Ballnächten des GHCC in der Hinkelshagener Narrhalla. Wir vermissten unseren Kontaktbereichsbeamten Richard Veltum, der traditionell in seinem Dienstfahrzeug vor den Blauen Funken den ordnungsgemäßen Ablauf der Umzüge sicherte. In wehmütiger Erinnerung an den frischgebackenen Pensioner beteten wir Funkenbrüder das Vaterunser  und wünschten unserem tief religiösen Freund und Helfer einen schönen Lebensabend. Ohne Dienstwagen und Dienstwaffe, aber mit vergleichbarem Enthusiasmus, besetzte Uwe Fabig das von Richard Veltum hinterlassene Vakuum und sicherte den Zug ab.

Die Saison 2012/2013 war aber nicht nur von den oben beschriebenen Diskontinuitäten, sondern auch von lieb gewonnenen Gewohnheiten geprägt. So führten die Blauen Funken traditionell die Umzüge zum Abholen des Prinzenpaares, zur Schlüsselübergabe und den Rosenmontagszug an und marschierten auch wieder zum Karnevalsumzug in Geismar auf.

Natürlich kürten wir auch wieder ein Funken- Prinzen.  Marcus I. aus dem Helldrachenland führte uns Funkenbrüder durch die karnevalistische Zeit. Er glänzte nicht nur in repräsentativer Funktion, sondern lud uns sogar auf seine Burg in Kranlucken ein um uns standesgemäß zu bewirten. Wir danken dem Prinzen Marcus für die geleistete Arbeit und wünschen ihm auch weiterhin ein großzügiges Händchen beim Verteilen seines Vermögens an die Kranlucker Dorfjugend.

Wir Blauen Funken würdigten aber nicht nur unseren Funken-Prinzen, sondern feierten auch den aus unseren Reihen kommenden Silberprinzen Robert I. vom Stadtbrunnen zu Geis am Rain, der im Jahr 1988 in unnachahmlicher Art und Weise Geisas Narren regierte. Getreu seiner rheinischen Wurzeln ging er als einer der charismatischsten Feierprinzen in die Geschichte der Geisaer Fastnacht ein. Mitglieder der Blauen Funken schmückten das Haus des Silberprinzen und gestalteten ihm einen repräsentativen Wagen, auf welchem er und seine Lieblichkeit Susanne vom Rainfels im Geisaer Rosenmontagsumzug aufwarteten. Diesen größten Rosenmontagsumzug Südthüringens führte unser Fanfarenzug an. Begleitet wurden wir von unseren Frauen, die wir in raffinierte Kostüme steckten und von unserem großen Umzugswagen, der bei der Prämierung der schönsten Wagen den zweiten Platz belegte.

Die Geisaer Fastnacht in ihrer weit mehr als 200jährigen Tradition war heuer erstmals nicht am Aschermittwoch zu Ende. Inspiriert durch das Lied der „Höhner“ feierten wir in diesem Jahr einfach mal etwas länger. Für den 23. Februar 2013 lud der GHCC Thüringens Karnevalisten zum Narrenkongress (Motto: „Karneval ist nicht nur im Februar, Narren feiern das ganze Jahr“) ein. Die Blauen Funken unterstützten den GHCC als Bruderverein nicht nur musikalisch, sondern würzten das karnevalistische Abendprogramm mit einem kleinen, aber närrischen Beitrag. So ging die diesjährige Saison mit einem öffentlichkeitswirksamen Donnerschlag zu Ende, der von Geisa aus in ganz Thüringen zu hören war. Alle Beteiligten des Narrenkongresses beteuerten unisono, dass diese hervorragend organisierte Karnevalsveranstaltung den Bekanntheitsgrad unserer Heimatstadt und der Hinkelshagener Fastnacht weit über die Grenzen unserer Region steigern wird.

Allen Freunden der Blauen Funken  wünschen wir eine besinnliche vorösterliche Zeit und die tröstende Gewissheit, dass nach der Foasenacht vor der Foasenacht ist.